“Human Voice” nach Roy Hart-Stimmarbeit mit Ulrik Barfod - 5 Tage Workshop!
Termin: 26.-30. November 2012, Mo.-Fr. von 10-16 Uhr, inkl. 1 h Mittagspause
Kosten: € 410,-*/450,- (*Ermäßigung bei einer Anzahlung von € 100,- bis zum 1.10.2012)
Sprache: Englisch mit deutscher Simultanübersetzung!
Die "Bildungsprämie": 50 % der Workshopkosten erstattet bekommen!
Die Bildungsprämie wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert.
Infos hier: www.bildungspraemie.info
Inhalte der Roy Hart-Stimmarbeit
»Die Stimme ist der Muskel der Seele«
Roy Hart
Die Begegnung mit der eigenen Stimme, die nicht an ästhetische Normen gebunden ist, ist eine Entdeckungsreise. Die Roy Hart Tradition geht davon aus, dass jede Stimme ein enormes Potential, eine Vielzahl von Stimmqualitäten in sich trägt: männliche und weibliche Stimmklänge, ein großes Spektrum an Klangfarben, tiefe und hohe Töne, tierische Laute, »beauty and beast« und vieles mehr. In der Arbeit mit unterschiedlichen theatralen Qualitäten der Stimme von laut und leise, opernhaft, hechelnd, schreiend, gehaucht, gebrochen, stark oder wild, von klar gesungenen Tönen, bis hin zu Multiklängen, wird der Stimmumfang erweitert und der persönliche Ausdruck gestärkt.
Das Wort »Person« kommt aus dem Lateinischen, personare, und bedeutet hindurchklingen. Es geht um die Person und damit um sehr unterschiedliche Belange und Themen, die zum Ausdruck kommen wollen. In diesem Sinne gestaltet sich der Unterricht sehr individuell.
Das Erlebnis, das beim Tönen und Singen entstehen kann, die eigene authentische Stimme bewusst zu erfahren, kann wie ein Blick in einen Spiegel sein, sich selber neu zu erkennen und neue Möglichkeiten für sich und sein Leben zu entdecken. Die im Alltag ungelebten Gefühle können in die Stimmarbeit miteinbezogen werden und zu einer Erweiterung der individuellen Ausdrucksmöglichkeit führen. Die sogenannte therapeutische Komponente wird hier zu einer Voraussetzung für die künstlerische Arbeit. Sowohl professionelle BühnenkünstlerInnen, als auch zögernde AnfängerInnen können in dieser Arbeit ihre Stimme neu erfahren und entfalten.
Die Einstimmung und Erwärmung in den Arbeitsstunden findet durch Körperarbeit statt, in die Atemtraining und Stimme integriert werden. Im weiteren Verlauf der Unterrichtsstunden, die die Arbeit an Liedern, Texten, Improvisationen und die Erforschung der Resonanzräume beinhalten, wird die Körperbewegung immer wieder im Dienst der Stimme und des gesamten Ausdrucks eingesetzt.
Das aufmerksame Hören, während ein/e KursteilnehmerIn einzeln arbeitet, ist wichtiger Bestandteil des Unterrichts. Dieses »Auf-Hören« und das Verständnis, das daraus erwächst, unterstützen die anderen in ihrem Tun und helfen gleichzeitig der eigenen Stimmerfahrung.
Die Tradition der Roy Hart Stimmarbeit geht davon aus, das jeder Mensch eine Stimme hat. Sie richtet sich nicht nach vorgegebenen Maßstäben, sucht nicht nach dem Belcanto oder klassifiziert die Stimme in Register, Sopran, Alt, Tenor oder Bass. SchülerIn und LehrerIn begeben sich auf einen gemeinsamen Weg, den Ausdruck in seiner Fülle und Vielfältigkeit zu erforschen und die Freude an der Stimme zu entdecken und wieder zu beleben.
Die Wurzeln der Roy Hart-Stimmarbeit
Alfred Wolfsohn
geboren 1896, jüdischer Abstammung, ist Gesangslehrer in Berlin. Er unterrichtet dort u.a. Charlotte Salomon und ermutigt sie zu ihrem späteren kuenstlerischen Lebenswerk »Leben? oder Theater?«. Von den Nazis verfolgt, flüchtet er 1939 nach London.
Aufgrund einer Neurose, hervorgerufen durch Todesschreie seiner Mitsoldaten in den Schützengräben des 1. Weltkrieges, arbeitet Alfred Wolfsohn mit seiner eigenen Stimme und den Klängen, die ihn aus dieser Zeit verfolgen und entdeckt auf diesem Wege die Bedeutung und das Potential der »menschlichen Stimme« - »The Human Voice«. Seine Erforschung enthüllt die untrennbare Verbindung zwischen Stimme und Psyche. »Wenn ich von Singen spreche verstehe ich es nicht nur als künstlerische Tätigkeit, sondern als eine Möglichkeit und einen Weg zur Selbsterkenntnis.«
Alfred Wolfsohn stirbt 1962 in London.
Roy Hart
geboren 1928 in Südafrika, ist Schauspieler und wird während seines Studiums an der Royal Academy of Dramatic Arts in London Schüler von Alfred Wolfsohn. Nach dem Tod von Alfred Wolfsohn formiert Roy Hart ein Ensemble und setzt die Arbeit auf künstlerischem Niveau fort. 1969 wird das Roy Hart Theater gegründet. Mit der klaren Vision »living the voice« zieht die ca. 40-köpfige Company 1974 nach Malérargues in Südfrankreich. Ein Jahr später kommt Roy Hart bei einem Autounfall ums Leben.
Die Mitglieder des Theaters haben die Arbeit seiner Begründer weiterentwickelt und arbeiten rund um den Globus in Workshops und Performances.
Dieser Workshop ist offen für jeden, der sich intensiv mit der Stimme und deren Möglichkeiten auseinandersetzen will. Menschen, die sich bereits beruflich mit Stimme und Ausdruck beschäftigen, wie beispielsweise Sänger, Schauspieler, Performer und Pädagogen, können ihre Arbeit auf experimentelle Art und Weise vertiefen!
Information about Roy Hart Voice Work in English enter http://www.roy-hart-theatre.com
„The Human Voice“ Workshop mit Ulrik Barfod
Teilnehmeranzahl max. 12 Personen
Die Arbeit basiert auf:
- der Erforschung und Entwicklung der stimmlichen Möglichkeiten der einzelnen Teilnehmer
- Bewegungsübungen, die den Körper zum Singen vorbereiten und die dabei helfen, die dynamischen Quellen der Klänge zu finden
- Atemübungen
- theatralischen und musikalischen Improvisationen
- der Schulung der Fähigkeit, sich selbst und anderen zuzuhören
Bitte Brotzeit und bequeme Kleidung mitbringen!
In English:
„The Human Voice“ Workshop with Ulrik Barfod
The workshops are open to all.
The work will be based on:
- research into and development of the vocal potential of each participant.
- physical exercises to prepare the body for singing and seeking the dynamic sources of sounds
- breathing exercises
- theatrical and musical improvisations
- work on listening - to oneself and to others

